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SPIEGLEIN, SPIEGLEIN … LEIDER NICHT!
Makeover für den Tour Montparnasse
MOGELPACKUNG TRIANGLE
„62 Prozent der Pariser waren gegen die Aufhebung des Hochhausverbots.“
DIALEKT DER IDEALISIERUNG
Design
12. März 2019

SPIEGLEIN, SPIEGLEIN … LEIDER NICHT!

Noch vor dem ersten Spatenstich 1969 hagelte es für den Tour Montparnasse – noch heute nach dem Eiffelturm das zweithöchste Gebäude von Paris – heftig Kritik: zu hoch, zu klobig, zu hässlich. Gebaut wurde er trotzdem und gehört nun zum Stadtbild der französischen Metropole genauso dazu wie Notre-Dame und Louvre. Vor drei Jahren schrieb die Stadt einen Wettbewerb aus: Der Tour Montparnasse soll renoviert werden.

14. Juni 2016

MOGELPACKUNG TRIANGLE

Hochhäuser ja, Wohnungen nein: In einer Stadt, die bis vor wenigen Jahren noch alle Gebäude im Stadtzentrum auf eine Höhe von unter 37 Metern begrenzte, nun ein Hochhaus integrieren zu wollen, ist ein Drahtseilakt und es wundert nicht, dass das erste jetzt realisierte Hochbau-Projekt in Paris’ Mitte filigran, ja fast schon zerbrechlich wirkt. Zugegeben, die vom Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfene Pyramidenstruktur ist stolze 200 Meter hoch, und zerbrechlich sollte sie besser nicht sein, wenn sich Herzog & de Meuron ihren guten Namen bewahren möchte. Das Schweizer Büro ist eines der angesehensten der Welt und zeigte sich unter anderem schon für das Tate Modern in London oder die Allianz Arena in München verantwortlich. Die Konstruktion ist so konzipiert, dass sie praktisch keinen Schatten auf die umliegenden Straßen und Gebäude wirft – dank der gläsernen Fassade verschmilzt sie mit dem Himmel. Einziges Problem des „Tour Triangle“: den Bann von Hochhäusern im Stadtzentrum aufzuheben, wurde vor allem mit dem Wohnungsmangel in Paris begründet – die Pyramide aber soll ein Hotel und Büros beherbergen.

2. Januar 2008

DIALEKT DER IDEALISIERUNG

30 Jahre Pierre & Gilles: Erst kürzlich zeigte das Pariser Museum Jeu de Paume die bislang umfangreichste Sammlung des bisherigen Schaffens der französischen Künstler. Als Katalog ist im Taschen Verlag ein großformatiger Bildband mit einem kompletten Überblick des Werks sowie begleitenden Privatfotos der Künstler erschienen.

Seit dreißig Jahren steht das Werk von Pierre & Gilles für das inszenierte Porträt mit einer gewollten Überfrachtung. Die idealisierende Glätte
rückt die bemalten Fotografien für manche Betrachter in die
Nähe des Kitsches. Aber welche Idealisierung verfolgen die Arbeiten? Die des jungen Körpers? Der Schönheit? Der männlichen Genitalien? Der Homosexualität? Wie kaum ein anderes zeitgenössisches
Werk zeichnen sich die rund 700 Bilder
durch das zentrale Thema der Verklärung
aus. Dazu werden Motive der Mythologie (Hermes, Herkules, Ganymed, u.
a.) oder der Religionsgeschichte interpretiert.